
©Zoe Savitz
Typ-1-Diabetes ist eine der am schnellsten wachsenden Autoimmunkrankheiten. Weltweit steigt die Zahl der Betroffenen jährlich um etwa 2 bis 3 Prozent.1 Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und therapiert, lässt sie sich heute meist sehr gut managen. Allerdings kommt die Diagnose häufig zu spät – erst dann, wenn bereits ernste Komplikationen auftreten. Dieser Beitrag zeigt, wie sich das vermeiden lässt.
Der autoimmune Typ-1-Diabetes entsteht, wenn das eigene Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse angreift.2 Das hat nichts mit Ernährung, Bewegung oder ungesundem Lebensstil zu tun.3 Grundsätzlich kann es jede und jeden treffen – Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene4: Die meisten Betroffenen haben keine familiäre Vorgeschichte, rund 90 Prozent haben keinen nahen Verwandten mit dieser Erkrankung.5
Bewusstsein schaffen, statt überrascht werden
Genau deshalb ist Aufklärung so wichtig. Wird Typ-1-Diabetes rechtzeitig erkannt, kann eine passende Therapie eingeleitet, die Krankheit gut kontrolliert und – das Wichtigste – schwerwiegende Komplikationen sowie langfristige Schädigungen von Blutgefäßen, Nerven und Organen vermieden werden.6
Wenn erst der Ernstfall zur Diagnose führt
Die Realität sieht aber leider anders aus: 20 bis 30 Prozent der Betroffenen erhalten ihre Diagnose erst, wenn es zu einer diabetischen Ketoazidose kommt.7 Das ist eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung, die meistens auf der Intensivstation behandelt werden muss. Bei Kindern kann eine diabetische Ketoazidose langfristige Folgen wie Gedächtnisprobleme und geistige Einschränkungen haben.8
Erkrankung auch ohne Symptome
Grund für die späte Diagnose ist, dass sich Typ-1-Diabetes oft unbemerkt entwickelt.9 In der Anfangsphase verursacht die Krankheit meist keine Beschwerden.10 Von rund 350 Kindern trägt eines einen unentdeckten Typ-1-Diabetes im Frühstadium in sich, ohne es zu wissen.11
Typische Symptome wie starker Durst, häufiges Wasserlassen, extreme Müdigkeit oder Gewichtsverlust treten erst dann auf, wenn bereits ein Großteil oder alle insulinproduzierenden Zellen zerstört sind und der Körper selbst somit kaum oder gar kein Insulin mehr produzieren kann.12
Früherkennung über Bluttest möglich
Doch so weit muss es nicht kommen. Mit einem speziellen Bluttest kann über Autoantikörper nachgewiesen werden, wenn das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen angreift, lange bevor die ersten Symptome auftreten.13 Auch wenn das nicht hilft, die Krankheit zu verhindern, bringt die Früherkennung entscheidende Vorteile14:
- Zeit, sich auf die Erkrankung vorzubereiten
- längere Erhaltung der körpereigenen Insulinproduktion
- rechtzeitiger Beginn der Insulintherapie
- Vermeidung von Notfällen wie der Ketoazidose15
Vorbereitet sein für Notfälle
Doch so wertvoll diese Technologien auch sind, sie ersetzen nicht den bewussten Umgang mit der Krankheit: Woran merke ich Über- oder Unterzuckerung? Wie kann ich sie vermeiden? Und wie kann ich mich auf Extremsituationen vorbereiten? Fragen, die auch beim „Real Talk Type 1“ von Sanofi im November Thema waren.16
Hier ein paar Tipps für den richtigen Umgang mit Extremsituationen:
- Warnsignale wie Übelkeit, Schlappheit etc. wahrnehmen
- Immer ein Notfallset mit dabei haben mit nasalem Glucagon, Traubenzucker, Insulinpen, Blutzuckermessgerät mit Teststreifen, Keton-Teststreifen
- Familie, Freunde und Kollegen informieren, was im Notfall zu tun ist
- Unterzuckerung in der Nacht vorbeugen durch proteinreiche Nahrung am Abend

Real Talk Webcast
Weitere praxisnahe Tipps sowie alle aktuellen Folgen zum Real Talk Type 1 sind hier abrufbar:
Referenzen
- DiMeglio LA, Evans-Molina C, Oram RA. Lancet. 2018;391(10138):2449-2462.
- Smith DA, Germolec DR. Environ Health Perspect. 1999;107 (Suppl 5):661-665.
- T1D-Durchbruch. Faktencheck von Mythen und Missverständnissen über Typ-1-Diabetes. Verfügbar unter: https://www.breakthrought1d.org/news-and-updates/fact-checking-myths-and-misconceptions-about-type-1-diabetes/.; Durchbruch bei T1D. Typ-1-Diabetes vs. Typ-2-Diabetes. Verfügbar unter: https://www.breakthrought1d.org/news-and-updates/type-1-diabetes-vs-type-2-diabetes/.
- DiMeglio LA, Evans-Molina C, Oram RA. Lancet. 2018;391(10138):2449-2462; Gregory GA, Robinson TIG, Linklater SE, et al. Lancet Diabetes Endocrinol. 2022;10(10):741-760.
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- Ghetti S et al. Endocrinol Diabetes Metab 2023; 6: e412; Jaser SS & Jordan LC. Curr Diab Rep 2021; 21: 12; Aye T et al. Diabetes Care 2019; 42: 443–9.
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- https://www.mein-leben-mit.info/typ1diabetes/weitere-informationen/realtalktype1.