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Der Weg nach vorn: Peios Leben mit chronischer Nierenerkrankung 

Peio erhielt bereits im Alter von zwei Jahren die Diagnose einer seltenen chronischen Nierenerkrankung. Seine erste Nierentransplantation bekam er mit neun Jahren, die zweite mit elf. Mit 27 traf ihn die Nachricht seines Arztes schwer, dass er eine dritte Transplantation benötigen würde. Doch dieses Mal war etwas anders. Seine ersten beiden Spenderorgane stammten von anonymen Spendern, die dritte Niere erhielt er von seiner Mutter. „Es ist, als hätte sie mir ein zweites Mal das Leben geschenkt“, sagt der heute 42-jährige Peio, der als Informatikingenieur arbeitet.

Der Anfang des Weges: Aufwachsen mit einer Nierenerkrankung

Peios Familie war schon immer eng verbunden. Als das jüngste Familienmitglied erkrankte, setzten alle alles daran, ihm trotz Krankenhausbesuchen, Blutuntersuchungen und Ernährungseinschränkungen eine möglichst normale Kindheit zu ermöglichen.  

Seine früheste Erinnerung hat nichts mit Krankheit zu tun, sondern damit, mit seinen Freunden Schritt zu halten. 

Damals drehte sich alles um Fußball, und wir wollten alle die Besten sein. Aber ich war sehr schnell erschöpft. Später fanden wir heraus, dass das an meiner Anämie lag. Ich ging mit meinen Klassenkameraden zur Schule. Ich führte ein normales Leben.“ erinnert er sich. „Ich weiß noch, dass ich oft zweimal frühstücken musste, weil ich das erste Frühstück meist wieder erbrach. Ich erinnere mich auch an die Blutabnahmen im Krankenhaus und daran, dass ich am Fenster sitzen musste, weil mir schwindelig wurde. Und die Ärzte waren wirklich freundlich.“  

Doch nichts bereitete ihn auf die Nachricht vor, die er Anfang 2009 im Alter von 27 Jahren erhielt. 

„Ich fühlte mich nicht wohl, ließ einige Untersuchungen machen, und die Ergebnisse waren schlecht. Zwei oder drei Monate später funktionierte die Niere nicht mehr“, erinnert er sich.  

Die Nachricht traf ihn wie ein Schlag. Peio erinnert sich, wie wütend ihn der Gedanke machte, erneut zur Dialyse zurückzukehren und sich einer weiteren Transplantation unterziehen zu müssen. Er hatte bereits so viel durchgemacht, dass ihn die Vorstellung, noch einmal von vorn beginnen zu müssen, erschütterte. „Ich habe sogar darüber nachgedacht, auf eine weitere Transplantation zu verzichten und einfach geschehen zu lassen, was auch immer passieren würde.“  

Alles begann wieder mit einer Hämodialyse, einem Verfahren, bei dem eine Maschine das Blut filtert und reinigt, um einige Funktionen der Nieren zu ersetzen, wenn diese versagen. Die Behandlung ging mit starken Kopfschmerzen einher. 

„Nach jeder Sitzung wollte ich nur nach Hause, das Licht ausschalten und schlafen.“  

Das Geschenk einer Mutter und ein neuer Anfang

Dann kam die Rettung durch seine Mutter. Sie erklärte sich bereit, ihm eine Niere zu spenden. 

„Bei den ersten beiden Transplantationen hatte ich keine besonderen Gedanken über die Spender. Ich wusste nicht, wer sie waren oder was sie für mich taten. Aber diese letzte Transplantation von meiner Mutter ... zu wissen, dass ich nun einen Teil von ihr in mir trage, bedeutet mir sehr viel und begleitet mich jeden Tag“, sagt er.  

Seine Eltern gaben ihm das Gefühl, normal zu sein. Dadurch verstand Peio schon früh, dass die Nierenerkrankung zwar sein Leben prägte, es aber nicht bestimmte.

„Ich bin dankbar für mein Leben. Früher glaubte ich nicht, dass ich jemals anstrengende Sportarten würde machen können. Aber ich habe zwei Halbmarathons in Bilbao geschafft und suche immer noch nach meinen Grenzen"

Peio

Die „Wunder“ in Bewegung

Sport wurde für Peio zur Sprache seines Körpers. Er begann mit 10-Kilometer-Läufen und einem Halbmarathon. Dann war es sein Vater, der ihn auf das Fahrrad brachte – und damit eine neue Leidenschaft entfachte. 

An den Wochenenden findet man Peio auf den Straßen – mit Freunden auf dem Fahrrad, Jahr für Jahr rund 15.000 Kilometer. Und dabei hat er gelernt, das Leben wie eine Radstrecke zu nehmen: mit Anpassung, Ausdauer und dem Mut, weiterzufahren, auch wenn die Zukunft ungewiss ist. 

Peio hat der Krankheit nie erlaubt, die Kontrolle zu übernehmen. Seine Antwort war immer dieselbe: Weitermachen. Weiterkämpfen. Weiterleben. 

„Heute bin ich dankbar – den Organspendern, meinem medizinischen Team, den Medikamenten, den Kontrollen. Ich bin dankbar für mein Leben. Früher glaubte ich nicht, dass ich jemals anstrengende Sportarten würde machen können. Aber ich habe zwei Halbmarathons in Bilbao geschafft und suche immer noch nach meinen Grenzen", sagt er. 

Für Peio sind die Wunder der Wissenschaft keine abstrakte Idee, sondern gelebte Realität. Sie zeigen sich in der Möglichkeit, von Montag bis Freitag zu arbeiten, am Wochenende mit Freunden Rad zu fahren, Rückschläge zu überwinden und weiterhin von der Zukunft zu träumen.  

Peios Geschichte macht Mut: Eine chronische Nierenerkrankung verändert den Lebensweg, muss ihn aber nicht bestimmen. Mit Unterstützung seiner Familie, seines medizinischen Teams und seinem eigenen Durchhaltewillen geht er seinen Weg Tag für Tag weiter. 

Jede Erfahrung ist individuell und einzigartig - die Erlebnisse können von Person zu Person variieren. Für gesundheitsbezogene Fragen ist medizinisches Fachpersonal immer die beste Informationsquelle. Die vorgestellten Personen erhielten eine Aufwandsentschädigung. 

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